Friedhelm Reis – Verleger, Referent und Zeitzeuge deutscher Geschichte
Als ehemaliger politischer Häftling der DDR verbrachte er zweieinhalb Jahre in Haft aufgrund seiner regimekritischen Haltung. Die Erfahrungen von politischer Unterdrückung und Freiheitsentzug prägen bis heute sein Engagement für Freiheit, Bildung, Menschenrechte und gesellschaftliche Verantwortung.
Nach seinem Freikauf nach West-Berlin begann für ihn ein lebenslanger Weg des Lernens. Als Autodidakt beschäftigte er sich intensiv mit Geschichte, Politik, Religion, Philosophie und gesellschaftlichen Entwicklungen. Seine Erkenntnisse und Erfahrungen fließen in seine Bücher, Vorträge und Veröffentlichungen ein.
Mit seinem Buch „Berlin – Geschichten und Anekdoten. 800 Jahre deutsche und Berliner Historie“ erreichte er über 7.500 verkaufte Exemplare und machte einem breiten Publikum historische Ereignisse und Persönlichkeiten auf unterhaltsame Weise zugänglich.
Zu seinen weiteren Veröffentlichungen zählen:
- Deutschland – ein Volk der Dichter und Denker
- Magie der Hände
- Pilgerschaft zwischen Strafanstalt und Sternenfeld
- Berlin – Geschichten und Anekdoten
- Wir stehen vor der Erde
Bereits 1992 initiierte er die World Freedom Organisation (WFO) und entwickelte die Idee einer Weltfriedensordnung als Beitrag zu einer friedlicheren, gerechteren und nachhaltigeren Welt.
Heute engagiert sich Friedhelm Reis insbesondere für eine Renaissance von Handwerk und Bildung, die Vermittlung historischer Erfahrungen an junge Menschen sowie für die Stärkung von Freiheit, Demokratie, gesellschaftlichem Zusammenhalt und persönlicher Verantwortung.
Sein Lebensmotto lautet: „Ich lasse mich nicht unterkriegen.“
Wie
ich zum
Schreiben
kam
Als ich am 24. September 1975 über den Weg des Häftlingsfreikaufs traumatisiert nach Berlin-West kam, war ich zweieinhalb Jahre als DDR Bürger dem Stasi-Terror ausgesetzt gewesen; davon ein Jahr Untersuchungshaft in der berüchtigten Untersuchungshaftanstalt in Halle, dem „Roten Ochsen“, und eineinhalb Jahre im Zuchthaus Brandenburg.
Was hatte ich getan? Ich wollte die ehemalige DDR verlassen, um mich der sozialistischen Umarmung zu entziehen und frei über mein eigenes Leben zu entscheiden.
Die durch die Vernehmungsmethoden mittels operativer Psychologie – so nannten die Stasivernehmer ihre Art Staatsfeinde zu brechen – erlittene Traumatisierung habe ich letztlich während mehrmaliger Wanderungen auf den Jakobswegen nach Santiago de Compostela über 3.500 km bewältigen können. Auf diesen Pilgerwanderungen schöpfte ich immer wieder neuen Mut und Lebenskraft. Mit meinem Buch „Pilgerschaft zwischen Strafanstalt und Sternenfeld“ habe ich diese Zeit aufarbeiten können.
Geblieben ist bis in die heutige Zeit die Unmöglichkeit, über das Erlittene in der Haftzeit zu sprechen oder auch nur im Ansatz mich mit Dingen zu befassen, die diese sehr unerfreulichen Erinnerungen wachrufen könnten.
Dies ist auch der Grund, warum ich hauptsächlich alte Bücher lese. 2017 entstand mein Buch „Berlin – Geschichten und Anekdoten“, das in Berlin ein Bestseller wurde und das ausschließlich auf der Basis alter Quellen beruht und die Grundlage auch für dieses Buch geworden ist. Das große Interesse meiner Leser an „800 Jahre Deutsche und Berliner Historie“ ermutigte mich, thematisch weiter über Geschichte zu schreiben.